Heiko Müller
Kompetenz und Leidenschaft

Wende

Den September 1989 habe ich quasi am Puls der Zeit verbracht - in der Messestadt Leipzig. Die ersten Montagsdemonstrationen gaben breiten Gesprächsstoff an den Ständen der Leipziger Herbstmesse ab. Die Demos habe ich mir damals noch aus „sicherer" Entfernung angeschaut. Zurück aus Leipzig kamen dann die politischen Einschläge näher.

Im Plastverarbeitungswerk Staaken gab es einige Mitglieder des „Neuen Forums", die mich um Rat baten. Diese Kollegen wurden im Betrieb ziemlich unter Druck gesetzt. Mein Rat war, sich nicht jeweils alleine mit der Parteileitung auseinanderzusetzten. Daraus entstand die Idee, eine Betriebsgruppe des „Neuen Forums" zu bilden.

Gesagt, getan - einige Tage später haben wir dann gemeinsam zu einer Betriebsversammlung des „Neuen Forums" eingeladen. Das hat mir dann einen Exklusivtermin beim Parteisekretär und beim Betriebsdirektor eingebracht. Mit der Verfassung der DDR in der Hand konnte ich die schwer erzürnten Herren dann zumindest ausreichend verunsichern, dass diese Betriebsversammlung dann auch tatsächlich stattfand. Trotz Einladung haben aber der Parteisekretär und der Betriebsdirektor nicht teilgenommen.

Partei

Im November 1989 musste sich eigentlich jede und jeder die Frage stellen, ob man zuschauen oder mitmachen will. Meine Entscheidung war klar - mitmachen und Verantwortung übernehmen. Allerdings kam mir das „Neue Forum" nicht sonderlich beständig vor. Damit stand die Frage, wie oder besser in welcher Partei man mitmachen kann.

Meine Familie, aber auch Willi Brandt und Helmut Schmidt waren dann die Beweggründe, in die SDP einzutreten - die Sozialdemokratische Partei in der DDR. Ein Schlüsselereignis dazu war, dass ich mit Steffen Reiche einen Mitbegründer der SDP in Potsdam kennenlernte. Der schickte mich dann auch gleich als „Geburtshelfer" zur Gründung von Ortsvereinen und Kreisverbänden der SDP los.

Ab Dezember 1989 war ich dann auch in Falkensee aktiv. In diese Zeit fiel dann meine erste öffentliche politische Rede vor der Stadthalle in Falkensee. Später wurde ich Vorsitzender des Ortsvereins in unserer Stadt. Zu dieser Zeit war die SDP allerdings schon zur SPD geworden.



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